SYSTEME / MATERIALIEN


«Schlafsysteme entstanden aus Tradition und Wohlstand – verändern sich in Zukunft durch wirksame Innovationen»

Betrachtet man in den verschiedenen Ländern die vorherrschenden Schlafsysteme, so zeigen sich vor allem zwei Hauptgründe für deren Charakteristik: Tradition und Wohlstand. Vielfach wurde resp. wird dieser Umstand auch geprägt von der Dominanz der Hersteller im jeweiligen Land, die ihr System vorantreiben.

Beim westlichen Wohnstil haben sich vorwiegend vier Grundsysteme durchgesetzt. Weitere Spezialsysteme kommen als Abrundung dazu. In der heutigen globalen Welt vermischen sich die Systeme nur langsam, da die Gewohnheiten und die Bewährtheit der Systeme in den Ländern sowie die Zurückhaltung der Handelskanäle, sich für «fremde» Systeme einzusetzen, überwunden werden müssen. In der Schweiz herrscht heute zu ca. 95 Prozent der «westliche» Stil mit einer einzelnen Matratze und einem einzelnen Einlegerahmen (Lattenrost) vor, da hier zuerst auf die Qualität des Bettinhalts wert gelegt wird.

Wichtigste Schlaf-Systeme
«Western» – Matratze + Lattenrost
«Boxspring» – Ganzes Bett: Federmatratze auf Unterfederung
Nachteile Box-Spring-Betten
«Nordic» – Boxspring mit zusätzlicher Auflage
(3-teilig)
«Divan» – Ganzes Bett: Divan mit Latten + Federmatratze
«Spezial»– Visco-Schaum, Wasserbett, Luftbett, Futon














Wichtigste Materialien für Matratzen-Kern

Schaum
Kaltschaum (hochwertig), Polyether (günstig)
+ Sehr gutes Material für alle Bedürfnisse, sehr hohe Formbeständigkeit, sehr luftdurchlässig, individuell produzierbar auf ergonomische Bedürfnisse, sehr punktelastisch, passt sich perfekt Körper an, zugeführte «intelligente» Funktionen über Rezeptur möglich, leicht, hygienisch
Kein nachwachsender Rohstoff, teilweise Einsatz von Pflanzenöl

Visco-elastischer Schaum (Thermoschaum)
+ Extrem hohe Druckentlastung
Wenig Stützkraft, Hitzestau, verzögerte Zeit für Köperanpassung (Thermoschaum reagiert sehr langsam), schwer, meist keine gefüllte Hülle (dicke Hülle schränkt konturengenaue Körperanpassung ein), eingeschränkte Hygiene, Einschränkungen bei elektrisch verstellbarem Bett


Latex
+ Sehr geschmeidig, sehr punktelastisch
(hohe Körperanpassung), Natur
Hitzestau, schwer (unangenehmes Handling), Gefahr der Muldenbildung, eingeschränkte Langlebigkeit (Gefahr der Brüchigkeit), höherer Energiebedarf zur Herstellung


Federn
Metall (offene Federn oder einzeln verpackte Taschen-Federn), Kunststoff-Federn
+ Gute Druckentlastung, gute Durchlüftung, langlebig, gute Hygiene
Tiefere Punktelastizität, Bedenken für Magnetfelder bei Metall-Federn, ökologische Vorbehalte bei Kunststoff-Federn und Entsorgung, etwas kühler – weniger zu empfehlen für Menschen die eher frieren


Luftbett
+ Individuelle Verstellbarkeit
Unsicherheit der richtigen Ergonomieeinstellung («immer am Verstellen»), limitierte Druckentlastung, festeres Liegeverhalten, Hygieneeinschränkungen, Tendenz zu Hitzestau, Gefahr des schleichenden Luftverlustes, weniger geeignet für elektrisch verstellbares Bett, eher teuer


Wasserbett
+ Hohe Druckentlastung, hohe Punktelastizität, beheizbar
Orthopädische und ökologische Vorbehalte, eingeschränkte Stützkraft, Tendenz zu Hitzestau, Hygieneeinschränkungen, viel Wasser im Schlafzimmer, Gefahr der Undichtheit, pflegebedürftig, aufwendig bei Umzug, nicht geeignet für elektrisch verstellbares Bett, teuer